Das Alte Spritzenhaus an der Ecke Bücherstraße und Jägerei gehört zu den bemerkenswertesten historischen Gebäuden im alten Ortskern von Düsseldorf-Urdenbach. Es wurde 1784 errichtet und diente ursprünglich der Unterbringung einer frühen Feuerwehrspritze – einer von Hand betriebenen Löschpumpe zur Brandbekämpfung.
Noch heute erinnert eine Inschrift auf dem Torbalken an die große Angst der damaligen Bevölkerung vor verheerenden Dorfbränden. Sie lautet sinngemäß:
„Ach Gott, lass diese Kosten doch vergeblich angewandt sein.“
Der Satz bringt den Wunsch zum Ausdruck, dass die teure Anschaffung der Löschtechnik möglichst niemals gebraucht werden möge.
Ob das Spritzenhaus tatsächlich regelmäßig für Einsätze genutzt wurde, ist historisch nicht eindeutig überliefert. In lokalen Überlieferungen wird jedoch berichtet, dass das kleine Gebäude zeitweise auch andere Zwecke erfüllte. So sollen dort gelegentlich betrunkene oder streitsüchtige Dorfbewohner zur Beruhigung eingeschlossen worden sein. Außerdem diente das Häuschen zeitweise als provisorischer Aufbewahrungsort für am Rhein angeschwemmte Wasserleichen, bis deren Identität geklärt werden konnte.
Das Spritzenhaus gehört heute zu den Baudenkmälern des Stadtteils und ist ein wichtiges Zeugnis der lokalen Geschichte. Nach einer langen und aufwendigen Restaurierung wurde das Gebäude im Juli 2004 wiederhergestellt. An der Sanierung beteiligte sich auch der örtliche Bürgerverein.
Seit 2007 wurde das historische Gebäude als kleiner Ausstellungsort zur Geschichte Urdenbachs genutzt. Besucher können dort Einblicke in die Entwicklung des ehemaligen Rheindorfes, seine Traditionen und das frühere Alltagsleben erhalten. Seit 2026 finden dort regelmäßige kulturelle Veranstaltungen im kleinen Kreis statt.
Am Tag des offenen Denkmals wird das Alte Spritzenhaus ebenfalls für die Bevölkerung zugänglich gemacht. Damit ist das Alte Spritzenhaus heute nicht nur ein seltenes Beispiel früher kommunaler Infrastruktur, sondern auch ein lebendiger Erinnerungsort für die Geschichte und Identität des Düsseldorfer Stadtteils Urdenbach.
Laufroute:
ROT und BLAU – Schlendern Sie gemütlich durch die Jägerei Richtung Urdenbacher Dorfstraße. Die Jägerei ist von alten Fachwerkhäusern gesäumt, die einen den Charme von Alt-Urdenbach spüren lassen. An der Dorfstraße halten Sie sich links und gehen bis zur evangelischen Kirche.
Weblinks:
Was ist der Tag des offenen Denkmals







