21 – Böke Pomp

Die „Böke Pomp“ gehört zu den bekanntesten historischen Wahrzeichen des Düsseldorfer Stadtteils Urdenbach. Sie steht an der Ecke Bücherstraße und Hochstraße, mitten im alten Ortskern. Das Wort „Böke“ steht im Volksmund für Buche und erinnert an den früheren Waldreichtum des Ortes.

Ihre Geschichte reicht bis in das Jahr 1783 zurück. Damals wurde an dieser Stelle im Zentrum des Dorfes eine öffentliche Wasserstelle eingerichtet. Es handelte sich um eine sogenannte „Pütz“, also einen Ziehbrunnen, aus dem die Bewohner ihr Wasser mit Eimern heraufzogen. Solche Brunnen waren für die Versorgung der Bevölkerung über viele Jahrzehnte unverzichtbar.

Im Jahr 1874 wurde der alte Ziehbrunnen durch eine mechanische Handpumpe ersetzt. Diese Pumpe ist bis heute erhalten und prägt das Bild des Platzes. Sie steht inzwischen unter Denkmalschutz und erinnert an eine Zeit, in der sauberes Trinkwasser noch mühsam von Hand gefördert werden musste.

Die Böke Pomp war früher ein wichtiger Treffpunkt im Dorfleben. Hier holten die Menschen Wasser, tauschten Neuigkeiten aus und trafen ihre Nachbarn. Damit war der Brunnen nicht nur eine technische Einrichtung, sondern auch ein sozialer Mittelpunkt der Gemeinde.

Im Jahr 2007 wurde die historische Pumpe auf Initiative des Allgemeinen Bürgerverein Urdenbach (ABVU) umfassend restauriert und neu gestrichen. Seitdem präsentiert sich die Anlage wieder in einem gepflegten Zustand und erinnert sichtbar an die Geschichte des Ortes.

Auch heute spielt die Böke Pomp eine Rolle im Brauchtum. Jedes Jahr starten hier nach dem Festumzug zum Erntedankfest die Teilnehmer des traditionellen Schürreskarrenrennens. Damit verbindet die Böke Pomp historische Wasserversorgung, lokale Identität und lebendige Tradition – und bleibt ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Urdenbach.

In unmittelbarer Nähe steht eine Ehrentafel, die Josef Kürten gedenkt. Die Böke Pomp war von 1917 bis 1954 im Besitz der Familie Kürten.

Laufroute:

ROT und BLAU – gehen Sie rechts in die Bücherstraße. Nach circa 50 Meter kommen Sie an das Alte Spritzenhaus.

Weblinks:

Wie funktioniert eine mechanische Handpumpe?

d:kult online