Im historischen Ortskern von Urdenbach, an der Hochstraße, befindet sich die Alte Dorfschule – ein bedeutendes Zeugnis der lokalen Bildungs- und Dorfgeschichte. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und erinnert an die Zeit, in der Unterricht noch mitten im Dorfleben stattfand.
Die Alte Dorfschule
Bereits vor dem 17. Jahrhundert gab es in Urdenbach Unterricht für Kinder der evangelischen Gemeinde. Um das Jahr 1700 wurde an der Hochstraße ein Grundstück mit einem Gebäude für schulische Zwecke erworben. Das heute bekannte Schulhaus entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Ziegelbau an derselben Stelle. Es ermöglichte einen zweiklassigen Schulbetrieb, während sich über den Klassenräumen die Wohnung des Lehrers befand – eine damals typische Kombination von Schule und Lehrerhaus.
Mit der wachsenden Bevölkerung und steigenden Anforderungen des preußischen Schulwesens wurde das Gebäude jedoch bald zu klein. Deshalb wurde der Schulbetrieb im Jahr 1906 in eine neu errichtete Schule an der Angerstraße verlegt. Die Alte Dorfschule blieb dennoch ein wichtiger Ort im Dorf: Sie wurde für kirchlichen Unterricht, später auch als Kindergarten und Wohnraum für Gemeindemitarbeiter genutzt.
Nach einer umfassenden Sanierung im Jahr 2006 dient das Gebäude heute wieder der evangelischen Gemeinde. Im Erdgeschoss befinden sich Veranstaltungs- und Gemeinderäume, während im Obergeschoss eine Dienstwohnung eingerichtet ist.
Die Kaiser-Eiche
Vor der Dorfschule steht ein weiteres historisches Symbol: die Kaiser-Eiche. Der Baum wurde im Jahr 1887 auf dem Schulhof gepflanzt. Anlass war der neunzigste Geburtstag von Wilhelm I., dem ersten Deutschen Kaiser. Solche Ehrbäume waren im 19. Jahrhundert weit verbreitet und sollten Loyalität zum Kaiserreich sowie patriotische Verbundenheit ausdrücken.
Bedeutung für Urdenbach
Die Alte Dorfschule und die Kaiser-Eiche bilden gemeinsam ein kleines historisches Ensemble im Dorfzentrum. Sie stehen für Bildung, Gemeindeleben und Erinnerungskultur. Als Teil des denkmalgeschützten Ortsbildes von Düsseldorf erzählen sie bis heute von der Entwicklung Urdenbachs vom eigenständigen Rheindorf zum Stadtteil einer Großstadt.
Laufroute:
ROT und BLAU – Sie haben das letzte Objekt des Kunst- und Geschichtspfad Urdenbach erreicht. Der Weg zurück zum Wanderparkplatz „Piels Loch“ führt weiter durch die Hochstraße mit den wunderschönen Fachwerkhäusern. An der nächsten Kreuzung biegen Sie rechts in die Bücherstraße ab. Am Ende der Straße gehen Sie entweder den kleinen Fußweg herunter in die Kämpe (kurze Strecke) oder biegen rechts in die Gänsestraße ab (am Ende links, etwas länger).
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Weblinks:
Was bedeutet „unter Denkmalschutz stehen“?





