Mühlenbrunnen

Am Mühlenplatz in Urdenbach erinnert ein markantes Denkmal an die jahrhundertealte Geschichte der hier einst betriebenen Mühle: der Mühlenbrunnen, geschaffen von der Bildhauerin Gisela Korpiun.

Historischer Hintergrund

  • Bereits im Jahr 1545 verlegte der Herzog von Jülich-Kleve-Berg die sogenannte Kameralmühle von Benrath nach Urdenbach, wo sie durch das Wasser der Itter angetrieben wurde und eine große regionale Bedeutung erlangte.
  • Nach einem schlimmen Hochwasser in den Jahren 1925/1926 wurde der traditionelle Wassermühlenbetrieb eingestellt: Ab dann lief die Mühle bis 1948 elektrisch.
  • 1966 wurde das Mühlengebäude schließlich abgerissen. Auf dem ehemaligen Mühlenplatz entstand eine Grünanlage, die heute ein ruhiger, historisch aufgeladener Treffpunkt ist.
  • Der Mühlenplatz ist Teil des Urdenbacher Kunstpfads, der verschiedene öffentliche Kunstwerke miteinander verbindet.

Entstehung des Denkmals

  • 1974 rief der Allgemeine Bürgerverein Urdenbach (ABVU) einen Wettbewerb für ein Denkmal zur Erinnerung an die Mühle aus.
  • Den Wettbewerb gewann Gisela Korpiun, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschülerin von Zoltán Szekessy.
  • 1978 wurde der Brunnen schließlich errichtet.

Beschreibung der Skulptur

  • Im Zentrum steht ein Bronzerad, das symbolisch auf das alte Mühlenrad verweist und den einstigen Antrieb durch Wasser erinnert.
  • Dahinter erhebt sich eine Relief-Stele aus Sandstein, auf der Korpiun dörfliche Bauformen angedeutet hat: Mauerwerk und Fachwerk, wie sie in Urdenbach historisch typisch waren.
  • Die monumentale Plastik vermittelt sowohl Bewegung (durch das Rad) als auch Beständigkeit (durch den Stein) – eine gelungene Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

Bedeutung für Urdenbach

  • Der Brunnen ist nicht nur künstlerisches Objekt, sondern auch ein Ort der Erinnerung: Er verknüpft das Dorf Urdenbach, das früher durch die Mühle geprägt war, mit der heutigen Grünfläche.
  • Gleichzeitig ist er ein integraler Bestandteil des Kunstpfads Urdenbach, der Besucher*innen auf Spaziergängen durch den Ort zur Auseinandersetzung mit Geschichte, Natur und Kunst einlädt.
  • Von der erhöhten Lage am Mühlenplatz hat man zudem einen schönen Blick auf die Umgebung, etwa auf die Urdenbacher Kämpe, ein Naturschutzgebiet in der Nähe.